Pfarrhausreden und Pastorenkrach

Martin Binder-Kienel und Anna Maria Binder

# 111 Karfreitag

15.04.2022 11 min

Zusammenfassung & Show Notes

Karfreitag – ein trauriger aber wichtiger Tag im christlichen Jahresfestkreis: Jesus geht seine letzten Schritte. Der Tod am Kreuz. Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit. Aber ohne Karfreitag gibt es kein Ostern. Ohne diesen Tiefpunkt könnte keine neue Hoffnung wachsen.
Jesu letzte Stunden, sein letzter Weg, seine letzte Tat haben viele Menschen um ihn herum verunsichert. Er wird verraten, wird im Stich gelassen. Es ist kaum auszuhalten – selbst wenn man 2000 Jahre später diese Geschichte ließt. Dort unter dem Kreuz zu stehen, ist kaum erträglich. Aber manchmal ist es notwendig.

Bibeltext aus dem Lukasevangelium 23. Kapitel:
Und als sie an den Ort kamen, der Schädelstätte genannt wird, kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Und Jesus sprach: Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie aber teilten seine Kleider unter sich und warfen das Los darüber.
Und das Volk stand dabei und sah zu. Und auch die vornehmen Leute spotteten: Andere hat er gerettet, er rette jetzt sich selbst, wenn er doch der Gesalbte Gottes ist, der Auserwählte. Und auch die Soldaten machten sich lustig über ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! Es war auch eine Inschrift über ihm angebracht: Dies ist der König der Juden.
Einer aber von den Verbrechern, die am Kreuz hingen, verhöhnte ihn und sagte: Bist du nicht der Gesalbte? Rette dich und uns! Da fuhr ihn der andere an und hielt ihm entgegen: Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt, da du vom gleichen Urteil betroffen bist? Wir allerdings sind es zu Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sagte: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und er sagte zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Und es war schon um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verfinsterte sich; und der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Mit diesen Worten verschied er.
Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sagte: Dieser Mensch war tatsächlich Gottes Sohn!

"Im Dunkel unsrer Nacht", im Original "Dans nos obscurités", Gesang aus Taizé in einem Chorsatz von Jaques Berthier, hier mit Variationen in den Stimmen von Anna Maria Binder eingespielt und improvisiert auf der Violine. 

"Bleib bei mir Herr", EG 488, T: Theodor Werner 1952, nach dem englischen "Abide with me" von Henry Francis Lyte 1847, M: William Henry Monk 1861, eingespielt und improvisiert von Anna Maria Binder.
Text:
Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein. Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein. Wo fänd ich Trost, wärst du, mein Gott, nicht hier! Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!

Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht, die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht; umringt von Fall und Wandel leben wir. Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir.

Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid, kein Unglück, keiner Trübsal Bitterkeit. Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier? Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir.

Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht; im Todesdunkel bleibe du mein Licht. Es tagt, die schatten fliehn, ich geh zu dir. Im Leben und im Tod: Herr, bleib bei mir!


produziert von Anna Maria Binder & Martin Binder-Kienel
@evaneglischingerbstedt
@evangelischejugend3000